Stau und Schneechaos

von | 22. Feb. 2021

In Deutschland hielt im Februar urplötzlich der Winter Einzug und brachte Schneemassen mit, die man seit Jahren nicht mehr gewohnt war. Auch auf die Straßen wirkte sich das natürlich aus – teilweise extrem. Wir haben mit unserem Unermüdlichen Markus über die ungewohnte Situation gesprochen.

Lebt man in der Stadt und bewegt sich vor allem im Bereich um seine Wohnung herum, merkt man vielleicht gar nicht, wie stark ein so plötzlicher Schneeeinbruch den Verkehr beeinflussen kann. Klar, man sieht vor dem Fenster, wie Autos sich langsamer ihren Weg über die Hauptstraßen bahnen. Oder man stellt fest, dass der eigene PKW beim Einparken gar nicht so einfach über eine Schneekante kommt, wie man eigentlich dachte. Doch im Vergleich zu dem, was zuletzt auf den Autobahnen los war, ist das fast nichts.

Denn Anfang Februar kam es in Deutschland plötzlich zu Schneefällen, die normalerweise problemlos befahrbare Autobahnen eher in eine Art Rodelbahn verwandelten. Die Konsequenz: Ein besonders zähflüssiger Verkehr und viele, lange Staus. Zwar wurden Fahrverbote erlassen, doch nicht jeder LKW-Fahrer hielt sich daran – oder bekam es überhaupt mit. Gleichzeitig füllten sich nicht nur die Straßen, sondern auch die Raststätten und -höfe. Auf der Straße wurde die Situation teilweise extrem: Unter anderem wird von einem Stau berichtet, der zeitweise über 70 Kilometer betrug – und von vielen Fahrern, die stundenlang auf der Autobahn festhingen.

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„Die Leute im Stau waren schlimmer dran“

Auf der Straße hing unser Unermüdlicher Markus zum Glück nicht fest. Doch auch für ihn hieß es erstmal: Stillstand. „Ich hab’ auf der A44 gestanden, das ist die Parallelautobahn der A2“, erzählt der LKW-Fahrer. Die Witterung ließ keine vernünftige Weiterfahrt zu: „Dadurch, dass es so viel war, wird der Schnee knochenhart, wie Glas. Dann kommst du da auch irgendwann nicht mehr durch.“ Die Konsequenz: „Ich stand von Montagmorgen 03:00 Uhr bis Dienstagmorgen 08:30 Uhr auf dem Rastplatz. Oben waren Sperrungen und ich stand einen ganzen Tag auf dem Trockendock.“

Auch für den erfahrenen Fahrer eine ungewohnte Situation: „Die Raststätten standen voll. Die waren nicht geräumt, da musstest Du echt gucken, dass Du irgendwo hinkommst. Du konntest keinen Unterschied mehr sehen: Ist das eine Parklücke oder ein Grünstreifen, der die Parkplätze trennt?“, berichtet Markus: „Da war einfach so viel Schnee, und auch noch Verwehungen dabei. Das war ziemlich tricky.“

Die Leute, die mitten im Stau festhingen, habe es aber härter getroffen – auf dem Rasthof gab es zumindest eine Toilette: „Einige Kollegen standen Stunden lang auf der Standspur und mussten in die Botanik“, so Markus. „Die Leute im Stau waren schlimmer dran. Aber wirklich was zu essen gab es auf der Raststätte auch nicht, weil niemand in der Küche war.“

Dann steht man also auf dem Rastplatz und weiß, dass es erstmal nicht mehr weitergeht. Wie kriegt man die Zeit da vernünftig rum? „Ich hab’ dann Papierarbeit gemacht, ein bisschen Radio gehört und mal gesehen, wie ich mich beschäftigen kann. Mit dem Handy oder so. Ich hab’ mit Kollegen telefoniert, die auch irgendwo gestanden haben. Einer hing an der Porta Westfalica, da war Fahrverbot, zwei andere auf der A7. Die haben da auch neun oder zehn Stunden gestanden.“

Die überraschenden Schneefälle hatten viele Fahrerinnen und Fahrer im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. Zum ersten Mal erlebte Markus das nicht – doch innerhalb der letzten Jahre war ihm sowas zumindest nicht mehr untergekommen: „Das ist bestimmt schon zehn oder fünfzehn Jahre her – und so extrem war es nicht“, berichtet er: „Ich war an einem Freitag von Dresden gekommen und hatte noch das Glück, dass ich früh genug auf den Autohof gefahren bin. Da hab’ ich dann auch bis Samstagmittag gestanden und als ich nach Hause bin, lagen links und rechts die LKW im Graben und die PKW auf den Dächern. Aber das waren noch schlimmere Winter. In den letzten zehn Jahren hatte ich das so extrem nicht mehr“, erzählt Markus. „Dass Du mal einen Stau hattest, oder einen Tag Durcheinander war und man drei oder vier Stunden stand, ja – aber nicht in dem Maße.

Welche Erfahrungen habt Ihr im Februar auf der Straße gemacht? Haben Euch die Schneefälle beeinträchtigt? Erzählt es uns in den Kommentaren! Und die besten Tipps unserer Unermüdlichen für den Winter findet Ihr hier!

Fotonachweis: © Adobe Stock am13photo / Petair

Standet Ihr schon mal in einem Stau, der 70 Kilometer lang war?

Max

Max

Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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