LKW kaufen? „Man muss sich wirklich Gedanken machen, was man will“

von | 20. Dez. 2021

Unzählige Kilometer, Stunden um Stunden an Fahrzeit und unterschiedlichste Strecken, die an die Substanz gehen – nicht nur Fahrerinnen und Fahrer, auch ein LKW selbst muss im Vollzeitbetrieb eine ganze Menge aushalten. Dementsprechend sollte man also genau hinschauen, wenn man sich dafür entscheidet, einen eigenen LKW zu kaufen.

Ein selbstständiges Unternehmen mit eigenem LKW – für viele Fahrerinnen und Fahrer wird das ein Gedanke sein, den man zumindest schon mal angedacht hat. Zumindest für unsere Unermüdliche Christina Scheib war es so: Den Traum von der eigenen Selbstständigkeit hatte die Truckerin lange gehegt und gepflegt, bis sie ihn 2020 wahr machte.

Zu diesem Schritt gehörte auch der Entschluss, sich einen eigenen LKW zuzulegen. Eine Entscheidung, die man sehr genau abwägen sollte. Denn wie bereits erwähnt: So ein LKW muss eine ganze Menge ab können und außerdem die nötigen Standards erfüllen.

Deshalb haben wir bei Christina nachgefragt, was beim LKW-Kauf zu beachten ist.

Entscheidend: Es muss alles gut überlegt sein

Für Christina war früh klar, dass sie einen eigenen Truck wollte: „Weil es immer mein Traum war, meinen eigenen LKW zu haben – nach meinen Wünschen und Vorstellungen“, erklärt sie heute.

„Eigentlich ist der Kaufprozess genauso, wie bei einem Auto. Nur, dass es ein LKW ist“, beschreibt Christina die Angelegenheit erstmal ganz einfach. Klar: Auch als Privatperson beim Autokauf wägt man verschiedenste Anforderungen gegeneinander ab. Braucht man einen großen Wagen oder eher was Kleines? Welche Extras soll der Wagen haben und ist er eigentlich gemütlich? Mag man darin wirklich zahlreiche Stunden auf der Straße verbringen?

Ähnliche Überlegungen sollte man beim LKW-Kauf am besten mehrfach anstellen. Denn wer sich im Transportgewerbe hinter dem Steuer selbstständig macht, wird viele, viele Stunden auf der Straße verbringen: „Man muss sich wirklich Gedanken machen, was man will“, sagt Christina. Unter anderem auch darüber, „was man transportiert.“

So unterschiedlich die zu transportierenden Ladungen sind, so vielfältig sind auch die LKW-Typen. Das fängt schon bei der Größe an: Ist man eher an einem leichten LKW interessiert oder an einem 40-Tonner? Plant man den Transport von Flüssigkeiten, die in einen Tank gefüllt werden, oder ist eher ein gewöhnlicher Sattelzug mit Auflieger geplant?

In Christinas Fall wurde es übrigens ein Kühler. Einen generell geltenden Tipp, welcher LKW der Richtige ist, gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Kauf zu den individuellen Bedürfnissen und den geplanten Touren passt: „Es muss alles gut überlegt sein und man muss sich vorher gut informieren“, meint Christina: „Dann setzt man sich mit der Marke oder dem Verkäufer hin und sucht sich das beste Angebot aus.“

Hier stehen dann auch Fragen an, über die man sich ebenfalls schon mal Gedanken machen sollte. Welche Extras benötigt man? Erfüllt der LKW die geforderten Standards, ist beispielsweise ein Notbremsassistent verbaut? Und welche Technologien braucht man auf den eigenen Touren vielleicht noch?

Sicher ist auf jeden Fall, dass der eigene LKW keine besonders günstige Angelegenheit ist. Das betont auch Christina: „Man braucht viel Eigenkapital, da viele Kosten auf einen zu kommen.“

Auch hier stellt sich wieder eine Abwägungsfrage. Ein neuer LKW ist zwar in der Anschaffung teurer, bringt aber möglicherweise die nötigen Technologien mit, um über Jahre hinweg auf der Straße einsetzbar zu sein.

Ein gebrauchter LKW hingegen kann dafür günstiger ausfallen, hat aber schon so einiges an Touren hinter sich und ist möglicherweise nicht so langfristig einsetzbar. In beiden Fällen gilt: Ein umfassender Check des Kaufobjekts und eine Probefahrt sind eigentlich unerlässlich, bevor man eine Menge Geld investiert.

Und mit dem reinen Kaufpreis sind die Kosten noch lange nicht gedeckt. Unter anderem kommen Wartungskosten, Versicherungen und mehr auf einen zu. Auch Spritpreise sollte man kalkulieren. Hier kann eine gute Aerodynamik für einen geringeren Verbrauch sorgen – auch ein Punkt, den man beim Kauf beachten sollte.

Und zu guter Letzt kommen mit der Selbstständigkeit sowieso noch einige Kosten hinzu, die es zu decken gilt. Etwa bei der Gewerbeanmeldung – das erklärte Christina uns bereits im März, als wir das erste Mal über ihre Selbstständigkeit sprachen: „Wenn Du die Lizenz machen lässt, musst Du laut Gesetz 9.000 Euro für einen LKW vorweisen können. Und für jeden weiteren 5.000“, so die Truckerin.

Einen genaueren Einblick in ihren Alltag und wie sie die Selbstständigkeit meistert, findet ihr hier.

Ist der eigene Truck etwas, das ihr in eurer Zukunft seht? Würdet ihr den Schritt wagen und euch einen eigenen LKW zulegen? Oder ist das eher nichts für euch? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © Adobe Stock lchumpitaz | Tomasz Zajda

Würdet ihr euch einen eigenen LKW zulegen?

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