E-LKW – elektrisch unterwegs

von | 17. Aug. 2020

Meine erste Erfahrung mit elektrisch angetriebenen LKW ist bereits ein paar Jahre her. Ich arbeitete damals während des Studiums in Hannover auf verschiedenen Messen, um mir ein wenig Geld dazu zu verdienen – und es wird wohl die IAA gewesen sein, auf der ich meinem ersten E-LKW begegnete. Ich saß auf dem Fahrrad und war auf dem Weg von einer Messehalle zur nächsten: Die Straße war frei und ich radelte unbedarft vor mich hin – und verjagte mich ganz schön, als ich über die Schulter schaute und dort plötzlich einen LKW direkt hinter mir entdeckte.

Dass E-LKW leise sein sollen, war mir ja damals schon klar. Aber dass man sie im Alltag tatsächlich so wenig hört, dass sie sich quasi an einen heranschleichen können, wenn man nicht aufpasst – damit hatte ich dann doch nicht gerechnet.

Springen wir ein paar Jahre nach vorne. Noch heute wundere ich mich, wenn ich mich in ein Elektro-Auto setze, den Motor starte und das vertraute Brummen erstmal ausbleibt. Doch insgesamt ist die E-Mobilität heute deutlich präsenter, als sie es noch vor wenigen Jahren war. Der Elektromotor ist auf dem Vormarsch, auch in der Logistik findet man zumindest immer mehr Hybrid-Wagen.

Wie ist der Stand heute?

Angesichts der Themen Umweltschutz und Emissions-Eindämmung ist eine Elektrifizierung des Lieferverkehrs schon länger ein Diskussionspunkt. BMW beispielsweise setzte schon 2015 als erster europäischer Automobilhersteller auf einen vollelektrischen LKW, der zwischen dem SCHERM-Logistikzentrum und dem BMW-Werk in München hin und her pendelte. Der Laster bewegte sich dabei normal im öffentlichen Straßenverkehr, fuhr 40 km/h und hatte eine Akkukapazität für bis zu 100 Kilometer. Achtmal am Tag pendelte er zwischen den beiden Punkten. 2017 ergänzte BMW dies durch zwei weitere  E-LKW, die mit grünem Strom durch die Stadt München pendeln.

Mittlerweile gab es weitere Sprünge, was elektrische LKW angeht. Das E-Mobilitäts-Portal „EFAHRER“ führt etwa den schwedischen Hersteller Volvo an, dessen Modell FL Electric eine Reichweite von bis zu 300 Kilometer erreicht und 2019 in Serie ging. Es kommt im innerstädtischen Verkehr oder in der Abfallwirtschaft zum Einsatz und kann dank geringer Geräuschkulisse auch nachts auf Tour gehen. Auch in Frankreich, bei Renault, findet man mit dem „Z.E.“ ein Serienmodell, das ganz ähnliche Eigenschaften aufweist.

Bei Mercedes testet man derweil den Elftonner eActros, der 2021 in Serie gehen soll, und bei MAN bietet man den „eTruck“ mit 180 km Reichweite an. Auch in den USA wird selbstverständlich an E-Mobilität gefeilt. Dort sorgte etwa Teslas futuristischer Semi Truck für Aufmerksamkeit – genau wie das Unternehmen Nikola, dass seine E-Trucks mithilfe von Wasserstofftechnologie antreiben will.

Insgesamt ist das Thema Akkukapazität natürlich wichtig – schließlich braucht es eine Menge Leistung, um LKW über die Autobahn zu treiben. In Deutschland wird in der Hinsicht ebenfalls fleißig getestet – beispielsweise mithilfe von eHighways. Zwei Teststrecken mit Oberleitungen sind bereits aktiv, eine dritte wird aktuell an den Start gebracht. Dort sollen eTrucks direkt geladen werden, während sie im Einsatz sind – alle Infos dazu findet Ihr hier

Wie steht Ihr zum Thema E-LKW? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © AdobeStock Kevin McGovern / Herr Loeffler

Wäre ein E-Lkw auch was für Euch?

Max

Max

Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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