Fahrverbote für Dieselfahrzeuge

von | 12. Mrz. 2019

Die Diskussion über Diesel-Fahrverbote hält nicht nur PKW-Fahrer in Atem: Die hohe Luftverschmutzung in Deutschland brachte das Thema ursprünglich auf die Karte, bis heute wird bundesweit rege über die Diesel-Regelung diskutiert. Zeit für einen Überblick.

Wo darf ich mit meinem Diesel lang und wo nicht? Diese Frage wird sich wohl so mancher Autofahrer stellen, seit die neue Dieselnorm in Kraft getreten ist. Da die Luftverschmutzung in vielen deutschen Städten als zu hoch eingestuft wird, müssen nun auch Diesel-PKW die Euro-6-Norm erfüllen. Diese Regelung gilt für Lastkraftwagen schon seit mehreren Jahren, dennoch bringt die aktuelle Entwicklung eine neue Schärfe in die Situation. Denn: Mit den geplanten und teilweise schon umgesetzten Fahrverboten in deutschen Großstädten könnte sich auch der LKW-Alltag drastisch ändern.

Verschiedene Großstädte haben bereits solche Fahrverbotszonen eingerichtet. Diese unterscheiden sich, logischerweise, von Stadt zu Stadt: In Hamburg beispielsweise sind bereits Teile der vielbefahrenen Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee fortan für alle Lastwagen, die nicht der Euro-6-Norm entsprechen, tabu. In Berlin sind es mehrere Straßenabschnitte in der Innenstadt, die ab Juni für Fahrzeuge der Abgasnormen Euro 1 bis 5 eingeschränkt werden sollen. In Stuttgart sollen seit dem 1. Januar 2019 in der aktuellen Umweltzone, die das gesamte Stadtgebiet umfasst, nur noch Fahrzeuge der Diesel-Abgasnormen Euro 5 und 6 erlaubt sein. Auch in Bonn, Darmstadt, Essen, Frankfurt, Gelsenkirchen, Köln und Mainz sind Verbote bereits umgesetzt oder geplant. Es wird also klar: Das Straßennetz in Deutschland wird sich für Dieselfahrer merklich verändern.

In Hamburg werden die Kontrollen derzeit über Stichproben der örtlichen Polizei durchgeführt, eine einheitliche Handhabe für alle Städte gibt es allerdings noch nicht. Das gilt auch für die Konsequenzen, wenn man mit einem „schmutzigen“ Auto erwischt wird: Die Strafen variieren zwischen Verwarn- und Bußgeldern von 30 bis 90 Euro. Über die Einführung einer „Blauen Plakette“, die saubere Autos kennzeichnet, wird derzeit diskutiert. Die Kontrollen würden so natürlich deutlich vereinfacht und wären einfach nur eine Erweiterung der aktuellen Umweltzonenregelung. Dagegen spricht allerdings, dass nicht ausgezeichnete Autos an Wert verlieren würden – der Wiederverkaufswert von Diesel-Fahrzeugen ist allerdings sowieso schon gesunken.

Gerade im Verteilerverkehr könnten die neuen Regelungen zu Schwierigkeiten führen. Allerdings soll bereits ein knappes Drittel der Verteiler-LKW die Euro-6-Norm erfüllen, darüber hinaus wird weiter an der Herstellung „sauberer“ LKW gearbeitet. Das Jahr 2019 könnte hier jedenfalls entscheidend sein: Im Verlauf der kommenden Monate wird sich zeigen, inwieweit die Verbote zur Luftverbesserung beitragen – oder ob sogar noch umfassendere Maßnahmen getroffen werden müssen.

Fotonachweis: © Adobe Stock / SZ-Designs

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1 Kommentar

  1. Wenn ich mit meinem Euro-5er die ein oder anderen Straßen oder sogar Region nicht mehr befahren darf und diese umfahren muss, bringt dies neben dem Stress für mich auch zusätzlich gefahrene Kilometer und verbrannten Diesel für meinen „Sledge“ mit sich. Ob sich das dann für die Umwelt noch rechnet kann ich nicht beurteilen …

    Sollte sich das Problem nicht von alleine lösen wenn die Automobilindustrie keine Motoren mehr unter Euro-6 baut? Ist schon ne Weile her, dass ich eine Zapfsäule für verbleites Benzin gesehen habe …

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