Truckhell will das neue soziale Medium für Trucker werden

von | 20. Sep. 2021

Der Fahreralltag kann mitunter ganz schön einsam sein, wenn man Tag um Tag auf der Autobahn unterwegs ist. Die App „Truckhell“ will hier helfen und Fahrer miteinander in Kontakt bringen. Wir haben mit Truckhell-Schöpfer Benedikt Jütte gesprochen: Er erklärt, wie das ganze funktionieren soll.

Anfang 2021 war es so weit: Benedikt Jütte und sein Team veröffentlichten „Truckhell“ – ein Projekt, an dem sie in den vergangenen Monaten lange intensiv gearbeitet hatten. Ausgerechnet die Pandemie war es, die den Entwicklungsprozess der App nach vorne trieb.

Wie Jütte erzählt, dachte man in dieser Zeit viel an die Fahrerinnen und Fahrer, die im Laufe der schwierigen Zeit unermüdlich daran arbeiteten, die allgemeine Versorgung aufrecht zu erhalten – trotz teilweise problematischer Situationen mit Rasthöfen oder Grenzen: „Die machen halt ihren Job, auch während Corona. Obwohl es mit Dusche und Essen manchmal schwer ist“, erinnert sich Jütte.

Schwierige Situationen mussten von den Truckern teilweise im Alleingang gelöst werden. Auch ansonsten kann der Alltag auf der Autobahn recht einsam sein. Das ist der Punkt, an dem Truckhell ansetzen möchte. Denn mithilfe der App kann man sich Gesellschaft in der Pause verschaffen – wenn man das denn möchte.

Jeder kann entscheiden: „Hab ich Bock auf Leute oder nicht?“

Die Grundidee der App lautet so: Man kann in der Pause auf einer Karte verzeichnen, wo man gerade steht. Freunde, die man in der App hinzufügen kann, sehen diese Pause dann – und können sich dazu gesellen.

„Die Grundidee war: Wenn du mal einen schönen Abend mit einem Kollegen hattest, tauscht du im besten Fall Nummern aus und rufst am nächsten Tag an, und sagst: Hey, das war ein cooler Abend gestern, wo stehst du heute?“ So der normale Ablauf. Truckhell will das Ganze ein wenig vereinfachen.

Mit der App kann man einfach auf der Karte nachschauen, wo Bekannte oder Freunde gerade stehen – und sich ihnen anschließen: „Jeder hat die Entscheidungsmöglichkeit: Hab ich heute Bock auf Leute, oder nicht“, so Jütte.

Jeder Fahrer kann dazu einen QR-Code in der App aufrufen und den mit anderen Usern teilen: „So schließt man bei Truckhell Freundschaften. In der App kann man dann sehen, wo man in Pausen steht. Das kann man mit Freunden teilen – oder öffentlich.“

Bei letzterer Variante können dann auch bislang fremde Truckhell-Nutzer die Pause sehen und mal vorbeischauen. Hier achtet Truckhell allerdings auf eine Verifizierung der Accounts, um die Sicherheit der Fahrer und Ladung zu gewährleisten: „Wir müssen das natürlich eingrenzen, aus Sicherheitsgründen.“

Neben der einfachen Pause ist es auch möglich, Stationen zum Be- und Entladen oder auch Events wie Truckerwochenenden einzutragen. Hier kann man sich dann mit anderen Truckhell-Freunden zusammentun, wenn man das möchte. Außerdem bietet die App einen Newsfeed, in dem Trucker Bilder mit anderen Usern teilen können. Truckhell wird so im Grunde ein soziales Netzwerk mit Bindung zur realen Welt – nur eben für Lkw-Fahrer.

Was Truckhell für die Zukunft plant

Hier ist aber noch nicht Schluss: „Die App soll sich mit den Fahrern entwickeln“, erklärt Jütte. Man sei immer am Schauen und am Feedback einholen: „Was können wir hier noch machen?“ Hierbei setzt man auf User-Feedback, eine Gruppe von Fahrern, die sich regelmäßig bei Jütte und seinem Team meldet, sowie einen Fahrerstammtisch, aus dem ebenfalls neue Ideen kommen.

Eine davon beschäftigt sich mit Hilfs- und Gesundheitsaspekten: „Wir werden eine Art ‚Hilfe-Button‘ einbauen. Da kann man nach Unterstützung anderer Fahrer rufen. Das muss nicht erste Hilfe sein, sondern man schreibt rein, was das Problem ist“, erklärt Jütte.

„Das kann ja auch sein: ‚Kannst du mir mal mit der Plane helfen, was von A nach B schieben‘. Gleichzeitig kann es aber auch so eine Situation sein:  Du hast am Wochenende Kopfschmerzen, kriegst aber grad keine Medizin, weil das nicht so einfach mit einem Lkw ist. Da kannst du auch um Hilfe rufen.“ In Sachen Medizin gibt es übrigens auch die Initiative DocStop, die helfen kann.

Darüber hinaus will man in Zukunft Autohofbesitzer ansprechen, die dann auf der Karte zeigen können, wie das Angebot gerade aussieht.

Darüber hinaus soll die direkte Kommunikation unter Fahrern gefördert werden: „Wir müssen ein Feature einbringen, dass man sich Bilder hin und her schicken kann.“ Aktuell können Fahrer bei Truckhell schon mal über Sprachnachrichten kommunizieren.

Außerdem bietet Truckhell Erkennungszeichen wie Hoodies, Wimpel oder Schilder an: „So hat man direkt ein Gesprächsthema und kann sich auf dem Autohof ansprechen“, so Jütte. Übrigens: Auch für die Suche nach Parkplätzen gibt es mittlerweile Apps.

Wenn ihr Truckhell ausprobieren wollt, schaut einfach mal in den gängigen App-Stores vorbei.

Haltet ihr die App für sinnvoll? Könntet ihr etwas mehr Kontakt im Alltag gebrauchen? Erzählt es uns in den Kommentaren! Und noch mehr zum Thema Technik & Digitalisierung auf der Straße findet ihr hier.

Fotonachweis: © Truckhell

Ist Truckhell was für euch?

Anastasija

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