Der Retarder – Wozu die Dauerbremse gut ist

von | 6. Sep. 2021

Heutzutage sind LKW mit vielen technischen Hilfsmitteln ausgestattet, mit denen die Fahrt einfacher und sicherer werden soll. Mit dem Retarder schauen wir uns eines dieser Geräte einmal genauer an.

Was ist ein Retarder? Bei einem Retarder handelt es sich um eine sogenannte verschleißlose Dauerbremse. Das Gerät wird zur Entlastung der Betriebsbremse verwendet und soll dazu beitragen, die Sicherheit im LKW zu erhöhen. Gleichzeitig sollen Retarder den Verschleiß bei Bremsvorgängen reduzieren.

In der Regel wird ein Retarder zwischen Motor und Getriebe (man spricht von einem Primärretarder) oder zwischen Getriebe und Antriebsachse eingebaut (Sekundärretarder).

Welche Vorteile bietet ein Retarder? Ein Retarder bringt in der Regel einige Vorteile mit. Zum einen sorgt er für gleichmäßige Geschwindigkeiten und Bremsvorgänge, was nicht nur der Sicherheit dient, sondern auch dem Komfort zuträglich ist.

Auch auf den Verbrauch des Wagens kann sich ein Retarder dank gleichmäßiger Fahrweise positiv auswirken. Mehr Tipps zum Benzinsparen im LKW findet ihr hier.

Ein wichtiger Punkt ist, dass der Retarder den Verschleiß der Betriebsbremse niedriger hält. Das sorgt dafür, dass die Bremse langfristig unversehrt und damit sicher bleibt. Gleichzeitig bedeutet dies, dass Werkstattbesuche im Idealfall nicht ganz so oft anfallen.

Was für Retarder gibt es? Es gibt unterschiedliche Varianten von Retardern. Entweder handelt es sich um hydrodynamische Retarder, die mit Öl funktionieren, oder um elektromagnetische Retarder. Außerdem funktionieren manche Retarder auch mit Kühlwasser, die auf Ölwechsel verzichten können.

Wie bedient man einen Retarder? Auch hier kommt es auf das jeweilige Modell des Gerätes an. So gibt es Retarder, deren Hebel direkt am Lenkrad angebaut ist und mehrere Bremsstufen bietet. Alternativ gibt es Varianten, die auf dem Armaturenbrett verbaut werden oder mithilfe eines Fußpedals bedient werden.

Wann ist ein Retarder besonders wichtig? Die automatisierte Bremshilfe wird besonders dann wichtig, wenn die Betriebsbremse übermäßig belastet wird. Das ist beispielsweise bei Fahrten im Gebirge wichtig: So könne man den Retarder mithilfe der unterschiedlichen Bremsstufen so einstellen, dass man trotz Steigung oder Gefälle gleichmäßige Geschwindigkeiten erreicht. „Ich sollte den Berg nicht schneller runter fahren, als ich ihn hoch fahre. Wenn es mit 60 hoch geht, fahre ich auch mit 60 runter. Nur dann bin ich im sicheren Bereich“, erklärte uns Fahrtrainer Reinhard Buchsdrücker von der Dekra-Akademie bereits im Sommer 2020.

Die Motorbremse sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn der Retarder auf höchster Stufe nicht mehr das Gefälle ausgleichen kann: „Sobald ich die Betriebsbremse bergab nutze, ist die nachher so heiß, dass ich keine Bremswirkung mehr habe, wenn ich sie dann wirklich bräuchte.“ Ein Retarder kann hier helfen – und sollte dementsprechend genutzt werden.

Manche „alteingesessene“ Fahrer setzen laut Buchsdrücker allerdings immer noch auf eine Bremstechnik mithilfe von Motor- und Betriebsbremse: „Die haben sich das damals so angewöhnt, da wird nochmal runter geschaltet, um die Bremskraft des Motors zu nutzen“, erklärt Buchsdrücker.

Auf die Hilfe des Retarders zu verzichten, bietet sich heutzutage allerdings nicht mehr an.

Einen umfassenden Blick auf die Entwicklung und den Nutzen technischer Hilfsmittel und Innovationen findet ihr übrigens hier: Fahrer Rainer spricht hier über Technik an Bord des LKW.

Wie steht ihr zum Thema Retarder? Erzählt es uns in den Kommentaren! Und wenn ihr euer technisches Wissen einsetzen wollt, nehmt an unserem Quiz im September teil. Es gibt was zu gewinnen!

Fotonachweis: © Adobe Stock Melanie Kocheva

Verwendet ihr einen Retarder?

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