Liefer-Drohnen – mehr als nur Zukunftsmusik?

von | 10. Aug. 2020

Kennt Ihr diese Momente, in denen man ganz normal durch den Alltag läuft und plötzlich auf etwas stößt, das wie aus einem Science-Fiction-Film wirkt? Mir ist sowas letztens im Stadtpark passiert: An einem sonnigen Tag ging ich durch den Park und sah dort alles, was man sonst auch sieht. Grüne Wiesen, herumschwirrende Insekten, in der Sonne badende Menschen.

Doch zwei Männer stachen heraus: Sie trugen VR-Brillen auf dem Kopf und je eine Fernbedienung in der Hand. Um sie herum rasten zwei kleine Drohnen – mit einem Affenzahn wohlgemerkt. Die Propellerbewehrten Flieger düsten über die Wiese und zwischen den Bäumen hindurch. Ich nehme an, die VR-Brillen der beiden Piloten zeigten direkt die Bilder, die von den Drohnen aufgenommen wurden. Zwei Männer im Park also, die per Liveübertragung aus Drohnen durch den Wald flogen. Alles klar, dachte ich mir. Die Zukunft ist dann wohl auch im Stadtpark angekommen.

Pakete aus der Luft

Dass man hier und da auch im Alltag mal Drohnen sieht, ist nichts wirklich Neues mehr. Schon lange kann man die Ergebnisse der kleinen Flieger beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen bewundern, für die es früher noch einen Helikopter samt Kamerateam gebraucht hätte. Kamera-Drohnen kann man heutzutage ohne Probleme in jedem großen Elektromarkt  kaufen – aber nicht nur für Filme aus dem Alltag sind sie zu gebrauchen.

Auch in der Logistik wird über den Einsatz von Drohnen gesprochen. Verschiedenste Unternehmen, von Amazon bis hin zur Deutschen Post, denken über fliegende Paket-Drohnen nach oder haben sogar schon entsprechende Tests durchgeführt. Lieferdrohnen sollen schnell und umweltschonend dafür sorgen, dass Waren über kurze Strecken von A nach B gelangen. Der Vorteil ist klar: Im Verkehr stecken die kompakten Flieger nicht fest, sie können einfach darüber hinwegschweben. Genauso logisch ist aber auch, dass ein Rahmen für die Flieger geschaffen werden muss. Das Gefühl hatte ich auch bei meinem Erlebnis im Park: Die rasanten Drohnen waren zwar faszinierend zu beobachten, doch selbst auf der offenen Wiese wäre es vermutlich schwer geworden, ihnen bei dem Tempo auszuweichen, sollten sie plötzlich außer Kontrolle geraten. Bei Paketdrohnen, die im normalen Stadtgewimmel unterwegs wären, gibt es eine Menge Risiken und offene Fragen. Was, wenn die Drohne abstürzt oder ein Paket verliert, das Passanten trifft? Was, wenn so ein Gerät plötzlich durch das Fenster scheppert, während man gerade am Kochen ist?

Wie ist der Planungsstand?

Es muss also ein Rahmen für den Lieferverkehr in der Luft geschaffen werden. Auch hier kann aber nicht mehr die Rede von undeutlicher Zukunftsmusik sein. So veröffentliche das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Mai 2020 etwa den Aktionsplan zum Thema „Unbemannte Luftfahrtsysteme und innovative Luftfahrtkonzepte“, in dem es um Drohnen und auch Flugtaxis geht. Der Plan soll Forschung und Entwicklung der Technologie vorantreiben sowie Leitlinien für den Einsatz in der Praxis liefern.

Der Plan umfasst jede Menge Punkte. Ein paar Beispiele: Es werden Themen wie die Registrierungspflicht einer Drohne und ein entsprechender Führerschein besprochen. Dazu kommen Gedanken über Lufträume, die nicht oder nur eingeschränkt überflogen werden dürfen, wie etwa Wohngebiete. Verkehrs-Bundesminister Andreas Scheuer sagte dazu: „Wir wollen Drohnen – und in der Zukunft auch Flugtaxis – sicher in die Luft bringen. Drohnen transportieren zum Beispiel lebenswichtige medizinische Güter schnell dorthin, wo sie dringend benötigt werden. Anstatt im Verkehr zu stecken, fliegen sie auf kürzester Route darüber hinweg“, so Scheuer: „Das ist ein großer Gewinn, auch für die Versorgung von sonst schwer erreichbaren Gebieten. Mit unserem Aktionsplan legen wir dafür das Fundament. Wir fördern den Übergang vom Labor in die Praxis. Zugleich schaffen wir neue und klare Strukturen für einen sicheren Drohnen-Flug. Damit sind wir bereit für den Abflug in die dritte Dimension.“

Ergänzt wurde dies durch Thomas Jarzombek, der als Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt fungiert. Drohnen seien eben keine vage Zukunftsvision mehr, oder nur ein „Gadget für Hobbypiloten“: „Die Drone-Economy ist Wachstumstreiber, schafft hochwertige Arbeitsplätze und ist ein Markt mit Zukunft. Die Bundesregierung möchte dazu beitragen, dass unbemannte Luftfahrtsysteme in Deutschland entwickelt werden und zur Anwendung kommen“, erklärt Jarzombek. Ziel sei es, Drohnen und Flugtaxis raus aus den Laboren in die Luft zu bringen.

Wie steht Ihr zu dem Thema? Seid Ihr gespannt auf Lieferdrohnen und Flugtaxis – oder ist das eher nichts für Euch? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © AdobeStock Budimir Jevtic / fotomek 

Würdet Ihr Euch Pakete mit der Drohne bestellen?

Max

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Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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