Abbiegeassistent

von | 2. Mai. 2019

Der Abbiegevorgang innerhalb der Stadt ist womöglich eines der gefährlichsten Manöver, das ein LKW oder Bus vornehmen kann – zumindest für Radfahrer oder Fußgänger, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs bewegen. Der Abbiegeassistent soll für mehr Sicherheit sorgen – wie funktioniert er?

Gefahren beim Abbiegen

Die Ampel schaltet auf Grün. Der Fahrer wirft einen Blick in den Seitenspiegel, einen aus dem Fenster. Nichts zu sehen. Also wird der Blinker gesetzt und angefahren – nur, um eine Sekunde später doch noch abrupt zu stoppen. Ein Fahrradfahrer, der im letzten Moment den toten Winkel verlassen und ins Sichtfeld geradelt ist, kann unverletzt weiterfahren. Diese Geschichte endet leider viel zu oft nicht so glücklich – gerade Radfahrer und Fußgänger werden täglich im Straßenverkehr durch abbiegende Fahrzeuge gefährdet. Insbesondere bei Lastkraftwagen ist der tote Winkel besonders schwierig im Blick zu behalten – trotz mehrerer Spiegel.

Am Ende des Tages kann ein Fahrer, gerade nach einer stressigen, mehrstündigen Fahrt über die Autobahn, vielleicht nicht mehr die komplette Übersicht behalten. Schon ein Moment der Unachtsamkeit kann bereits zu lebensgefährlichen Unfällen führen. Abbiegeassistenten sollen dabei helfen, diese Momente auf ein Minimum zu beschränken – und im Idealfall komplett aus der Welt zu schaffen.

Assistenzsysteme denken um die Ecke

Die Assistenzsysteme gibt es in mehreren Formen. Kameras und Sensoren, die beispielsweise entweder hinter den Vorderrädern oder am Außenspiegel angebracht werden, sind dabei die gängigsten Varianten. Sie sollen eben jene Bereiche erfassen, die beim Abbiegen nur schwer einzusehen sind. Sollte sich während des Abbiegevorgangs doch mal ein Fahrradfahrer oder Fußgänger in der gefährlichen Zone befinden, wird er vom System sofort erkannt.

Nun gibt es je nach Modell zwei Möglichkeiten, was passiert: Entweder der Fahrer wird durch einen Warnton oder ein Lichtsignal auf die Situation aufmerksam gemacht und kann das Fahrzeug eigenverantwortlich bremsen, oder der Wagen wird durch den Abbiegeassistenten automatisch angehalten. In beiden Fällen wird der Unfall verhindert – ein Modell, das das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gerne bundesweit etabliert sehen würde.

Voraussichtlich ab 2024 sollen Abbiegeassistenzsysteme für alle neuen LKW und Busse Vorschrift sein. Die „Aktion Abbiegeassistent“ könnte die Verbreitung der Systeme aber schon jetzt beschleunigen: Das Förderprogramm des BMVI bezuschusst die Anschaffung der Assistenzsysteme mit bis zu 80% der Kosten. Die Initiative soll über die kommenden fünf Jahre laufen und hat ein Volumen von fünf Millionen Euro pro Jahr. Die Nachfrage ist enorm: Schon im Januar diesen Jahres wurden die ersten zur Verfügung stehenden Fördermittel gebunden.

Wie seht Ihr das? Würdet Ihr vom System lieber gewarnt werden oder sollte der Wagen gleich von selbst anhalten? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © Adobe Stock / ufotopixl10 © Adobe Stock / benjaminnolte

Denkt Ihr, ein Abbiegeassistent könnte für euch hilfreich sein?

Max

Max

Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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Alles klar

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