Elektroautobahnen

von | 25. Jun. 2019

Heiß, heißer, Klimawandel: Ein massiver CO2-Ausstoß, herbeigeführt durch den Menschen, ist Schuld an dem Debakel. Um das Ruder noch einmal rumzureißen, schwindet uns die Zeit. Laut des Umweltbundesamts konnten die deutschen Treibhausgasemissionen nach Gasen zwar gesenkt werden (von rd. 1.251 Millionen Tonnen – 1990 / auf rd. 866 Millionen Tonnen – 2018), das Ziel für 2020 (rd. 751 Millionen Tonnen) ist jedoch noch lange nicht erreicht.

Jedes Grad mehr setzt unserer Erde zu

Der Weltklimarat IPCC warnt vor den Folgen einer globalen Erwärmung um weitere zwei Grad – nicht nur der Übergang von einem Wetterextrem in das nächste, Dürren, Starkregen und noch heißere Tage auch die Zerstörung ganzer Ökosysteme. Wir befinden uns auf den Weg in die Heißzeit. „Jedes bisschen mehr an Erwärmung wirkt sich aus, vor allem, weil eine Erwärmung von 1,5 Grad oder höher das Risiko erhöht, dass die Veränderungen langanhaltend oder irreversibel sein werden“, sagt Hans-Otto Pörtner, Co-Leiter der IPCC-Arbeitsgruppe II.

„Noch“ neun Jahre bis zur 1,5-Grad-Grenze

Wie viel Zeit der Menschheit bleibt, bis die im Pariser Klimaabkommen geregelte Erwärmung erreicht wurde, zeigt die CO2-Uhr der MCC-Forscher. Die 1,5-Grad-Grenze wird demnach bereits in knapp neun Jahren erreicht sein.

Während Schüler die „Fridays for Future“ nutzen, um auf den Straßen zu demonstrieren – Gehör bei denjenigen zu erlangen, die bisher weggehört haben – tüfteln Forscher und Entwickler an Möglichkeiten, den CO2-Ausstoß weiter zu reduzieren. So wird Energie mehr oder weniger „grün“. Von A nach B kommt man mittlerweile auch mit einem voll-elektronisch angetriebenen Fahrzeug. Doch wie sieht das Ganze in der Transportbranche aus?

Alle guten Dinge sind drei – eHighway Teststrecken

Nicht mehr ganz neu, aber dennoch hochinteressant ist, dass es in Deutschland tatsächlich schon Teststrecken für Hybrid-LKW gibt. Die deutsche Regierung hat beschlossen, sich an der Finanzierung eines Forschungsprojekts für die Elektrifizierung von Straßen zu beteiligen – sogenannte eHighways. Das Ziel ist ein nachhaltiges Transportsystem mit deutlicher CO2-Reduktion. Eine Teststrecke auf der A5 in Hessen, südlich von Frankfurt, wurde bereits in Betrieb genommen. Im September 2019 soll eine weitere Teststrecke auf der A1 in Schleswig-Holstein, nahe Lübeck, in Betrieb genommen werden. Eine dritte Teststrecke entsteht auf der B462 in Baden-Württemberg. Und wie funktioniert das so mit der Elektroenergie?

Energieeffizienz und Flexibilität

Man kombiniere Oberleitungen, wie man sie bereits aus dem Bahnverkehr kennt, mit einem LKW. Klingt doch erst einmal ganz simpel, oder? Während Siemens und die Volkswagen-Konzernforschung die Technologie entwickeln, liefert Scania die Elektro-Hybrid-Fernverkehrs-LKW. „Für den Fernverkehr sieht Scania in elektrifizierten Straßen eine der vielversprechenden Technologien für eine nachhaltige Zukunft im Transportwesen. Die Elektrifizierung von Fahrzeugen kommt schnell voran und wird – dank ihrer Vorteile im Hinblick auf Umwelt, Gesellschaft und Kostensenkung – entscheidend zur Wende hin zu einem Transportsystem ganz ohne fossile Brennstoffe beitragen“, so Claes Erixon, Executive Vice President für Forschung und Entwicklung bei Scania.

Energieeffizienz durch erprobte Technologie

Die Energieversorgung erfolgt also durch eine Oberleitung – ein zweipoliges System. Durch die Bauweise wird auch bei hohen Geschwindigkeiten eine stabile Stromübertragung ermöglicht. So bügelt der LKW durch einen Stromabnehmer auf dem Dach – einem sogenannten „Pantographen“ – einfach an der Oberleitung an und wird mit Elektroenergie versorgt. Der Vorgang des An- und Abbügelns kann auch problemlos bei einer Geschwindigkeit von 0 bis 90 km/h erfolgen. Das Lenken eines eHighway-LKW soll sich dabei nicht von dem eines Diesel-LKW unterscheiden. Überhol- oder Ausweichmanöver sind problemlos und wie gewohnt möglich, der Stromabnehmer bügelt automatisch ab. Eine Positionsabweichung wird außerdem automatisch korrigiert. Während der Fahrt auf elektrifizierten Strecken wird quasi der Akku geladen, für die restlichen Strecken verfügt der LKW über einen Hybridantrieb. Dieser kann je nach Kundenwunsch mit Verbrennungsmotoren, Batterielösungen, Brennstoffzellen etc. realisiert werden.

Elektrifizierte Straßen reduzieren die CO2-Emissionen

Durch einen elektrifizierten Straßengüterverkehr könnten mehr als 7.000.000 Tonnen der jährlichen CO2-Emissionen vermieden werden und das, wenn ca. 30 % des Schwerlastverkehrs elektrifiziert und mit regenerativen Energien versorgt werden. Das klingt doch schon einmal, als würden wir uns in die richtige Richtung bewegen. Fakt ist, wir brauchen mehr Alternativen zu unserer Energiegewinnung aus fossilen Brennstoffen und sollten uns alle einmal an die eigene Nase fassen. Jeder kann seinen Beitrag zur Reduktion des Emissionsausstoßes beitragen. Unsere Erde gibt es schließlich nur einmal. Ich würde am liebsten eine Runde Probe fahren in einem der Elektro-Hybrid-LKW, Scania? Wie sieht es aus? Lässt sich da etwas arrangieren?

Was meint Ihr zu den Teststrecken? Lasst es uns den Kommentaren wissen – wir freuen uns darauf!

Fotonachweis: © Scania Deutschland GmbH

Würdet Ihr so einen Hybrid-LKW von Scania auch gerne einmal Probe fahren?

Helga

Helga

Als österreichisches Trucker Babe ständig auf Achse.

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Alles klar

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