Elektro-LKW in extremer Kälte – geht das?

von | 21. Mrz. 2022

Niemand mag es, wenn es so richtig frostig kalt ist. Das gilt natürlich auch für empfindliche Technik. Was bedeutet das für elektrisch betriebene LKW?

Ihr kennt das sicherlich aus eurem Alltag: Ihr lauft im tiefsten Winter in der Kälte umher, habt das Smartphone draußen und versucht beispielsweise, mit der Maps-App den richtigen Weg zu finden oder Nachrichten hin und her zu schicken. Doch plötzlich wird der Bildschirm schwarz und zeigt maximal noch ein „bitte laden“ an. Dann ist Schicht und das Ding wird zum nutzlosen Kasten in eurer Hosentasche. Dabei hatte es doch eben noch 50 % Akku angezeigt!

Wenn es draußen richtig kalt ist, kann es passieren, dass so ein Akku deutlich schneller den Geist aufgibt als erwartet. Beim Smartphone ist das ärgerlich, aber in der Regel kein allzu großes Drama. Man stelle sich aber vor, ein Elekro-LKW hätte dasselbe Problem.

Auch die funktionieren schließlich mit Batterien, beziehungsweise Akkus. Und Kälte ist gerade auf langen Strecken auch nicht gerade selten – man denke nur mal an unsere Unermüdliche Helga, die regelmäßig durch die winterlichen Berge oder in den hohen skandinavischen Norden fahren muss. Da wäre es ein Desaster, wenn der LKW unterwegs plötzlich den Dienst einstellt.

Diese Gedanken haben sich selbstverständlich auch Hersteller von elektrisch betriebenen Fahrzeugen gemacht – und teilweise unter extremen Bedingungen getestet.

Elektro-LKW bei heftigen Minusgraden im Test

Hier finden sich gleich mehrere Beispiele. So hat sich etwa die norwegische Post auf den Weg gemacht, um einen vollelektrischen Scania-Truck auf einer Strecke von 1.600 Kilometern zwischen Oslo und Tromsø zu testen. Dort kommen Temperaturen zwischen -10 und -20 Grad Celsius nicht selten vor.

Der Truck hat eine Batteriekapazität von 300 kWh und soll mit einer Ladung 250 Kilometer weit kommen: „Wir möchten wissen, ob der LKW die von Scania versprochene Reichweite einhält, wie hoch der Energieverbrauch ist und wie er an den geplanten Ladestationen funktionieren wird. Wir sind auch an den tatsächlichen Betriebskosten interessiert“, sagt Kenneth Tjønndal Pettersen von der Post Norwegen (via scania.com).

Bei Scania wiederum erhofft man sich von dem Test spannende Ergebnisse, die in die weitere Entwicklung einfließen könnten. Ganz ähnlich sah das bei einem Mercedes-Härtetest 2021 aus: Dort wurde ein Truck, der vor allem zur Müllsammlung gedacht ist, im finnischen Rovaniemi bei -25 Grad Celsius getestet.

Dort setzte man auf „intelligentes Thermomanagemt“, um die Batterie des Wagens auf Betriebstemperatur zu halten. Dazu kann der Vorgang des „Pre-Conditionings“ an der Ladesäule in Gang gesetzt werden, sodass die Batterie für die Tour vorbereitet und darüber hinaus die Scheiben enteist und das Fahrerhaus klimatisiert werden. In diesem Fall steht dann die komplette Energie für die Fahrt zur Verfügung.

Außerdem wurde das Bremsverhalten bei Eiseskälte untersucht – auch hier sollen Elektronik und Software keine Probleme gehabt haben. Der nächste Test soll dann in den Alpen stattfinden (via Mercedes). 

Einen dritten Test führte Volvo durch – ebenfalls bei -25 Grad Celsius, aber im Norden Schwedens. „Bei der praktischen Erprobung unserer LKW in Nordschweden in der Nähe des Polarkreises setzen wir die Fahrzeuge allen nur denkbaren Widrigkeiten der Natur aus“, erklärt Jessica Sandström vom SVP Product Management bei Volvo Trucks: „Der Wind lässt das Fahrzeug von außen zufrieren, wodurch wir uns sehr gut davon überzeugen können, dass auch unter extremen Bedingungen alles ordnungsgemäß funktioniert. Unsere Tests haben gezeigt, dass sich unsere elektrisch angetriebenen LKW durchaus für den Betrieb bei extremer Kälte eignen.“

Auch Volvo setzt dabei auf eine Technologie, die den Wagen schon vor der Fahrt „auf Temperatur“ bringt. Die „Ready to Run“-Funktion sollen Fahrer einfach per App starten können. Dann werden die Batterie und das Fahrerhaus so vorgewärmt, wie es nötig ist. Oder auch abgekühlt – falls es draußen nicht kalt, sondern extrem warm sein sollte (via Volvo). 

Wie seht ihr das Thema Elektromobilität? Würdet ihr auf ein elektrisches Fahrzeug umsteigen? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © Adobe Stock scharfsinn86 | Konstantin Gushcha

Würdet ihr einen E-LKW fahren?

1 Kommentar

  1. 250km Reichweite?
    Was ist das denn für ein Schwachsinn?

    Antworten

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