Der Blick in die Zukunft

von | 19. Feb. 2019

Es ist schon verrückt, wie schnell sich die Welt in den vergangenen Jahren verändert hat. Noch vor wenigen Jahren habe ich mir das erste Mal meinen Lieblingssong aus dem Internet per Download auf den Rechner gezogen – heute kann ich im Wohnzimmer sitzen und einen Lautsprecher per Sprachbefehl darauf hinweisen, doch bitte eine andere Playlist anzuschmeißen. 

Auch in anderen Lebensbereichen hält die Digitalisierung Einzug: Kühlschränke stellen fest, welches Essen fehlt und bestellen es, wenn so gewünscht, per Lieferung nach. Wenn ich nach Hause komme, läuft die Heizung bereits, weil ich sie per App angeschmissen habe, und der Fernseher weiß auch schon, was ich gleich schauen möchte. 

Das „Internet der Dinge“ beeinflusst unseren Alltag schon jetzt maßgeblich. Kein Wunder also, dass die Digitalisierung auch vor den Straßen und den darauf herumkurvenden Fahrzeugen keinen Halt macht. Auf den Autobahnen wird bereits jede Menge digitale Technik eingesetzt – und auch das LKW-Fahren könnte sich in Zukunft verändern. Das Zauberwort lautet: Digitized Trucking. 

Mittels digitaler Fahr- und Assistenzsysteme soll der Lieferprozess in Zukunft optimiert werden. Das bedeutet nicht, dass Fahrer mit der fortschreitenden Digitalisierung überflüssig werden – es geht eher um eine Vernetzung von Mensch und Maschine. Schon heute helfen beispielsweise Fahrspurassistenten oder der Tempomat dabei, den Fahrer zu entlasten. In Zukunft könnte es möglich sein, dass LKW-Langstrecken quasi „von selbst“ absolvieren. Der Fahrer müsste nur noch in unerwarteten Situationen oder unübersichtlichen Gebieten wie Städten eingreifen – schließlich sieht die Realität doch noch einmal anders aus, als die Wissenschaftler und Entwickler letztlich voraussehen können. Wer schon mal gesehen hat, wie ein Staubsaugroboter an einem unerwartet platzierten Schuhkarton verzweifelt und sich nur noch verwirrt im Kreis dreht, weiß, was ich meine.

Dennoch: Mittels „Digitized Trucking“ soll der Mensch entlastet, Betriebskosten gesenkt und, nicht zu vernachlässigen, die Umwelt geschont werden. Das Fahrzeug soll mit der Infrastruktur und anderen Fahrzeugen kommunizieren: Das ewige Staustehen könnte durch automatisierte Prozesse massiv eingeschränkt oder zumindest etwas entspannter gestaltet werden. Wäre doch gar nicht schlecht, wenn der Brummi sich mit Stop-and-Go abquält, während man sich als Fahrer zurücklehnt? 

Auch gibt es neue Konzepte wie das sogenannte „Platooning“, also automatisiertes Kolonne fahren. Hier kann durch Fahrassistenten detaillierter als zuvor gearbeitet werden: Durch dichtes Auffahren könnte der Luftwiderstand zwischen den Fahrzeugen minimiert und damit der Kraftstoffverbrauch effizienter gestaltet werden. Dazu kommen Frühwarnsysteme zwischen den Fahrzeugen, die sich gegenseitig auf Störungen und Gefahren aufmerksam machen können. Überraschungen wären so praktisch ausgeschlossen. 

Dass die Modernisierung der LKW-Welt immer weiter voranschreitet, zeigt auch eine Umfrage der Firma Bain & Company. Demnach gaben 40 Prozent der Truck-Käufer an, beim nächsten Einkauf auch Zugmaschinen mit Hybrid- oder Elektromotor kaufen zu wollen – trotz vergleichsweise hoher Kosten. Man will sich umweltbewusster, technologiebewusst und moderner zeigen. Der nächste Schritt in die Zukunft ist also schon vorbereitet.

Natürlich kann man heute noch nicht komplettzuverlässig sagen, wie die Zukunft in fünf, zehn oder fünfundzwanzig Jahren genau aussehen wird. Aber hättet Ihr gedacht, dass Ihr irgendwann nur noch zu Hause auf einen Knopf drücken müsst, um am nächsten Tag von einem Lieferroboter den Wocheneinkauf vor die Tür gestellt zu bekommen? Ich jedenfalls nicht — und trotzdem gibt es diese Systeme schon heute.

Ich persönlich bin sehr gespannt, wie der LKW und die Autobahn der Zukunft aussehen werden. Freust Du Dich über technische Unterstützung oder ist sie Dir ein Dorn im Auge?

Nutzt Du eigentlich Sprachassistenten wie Alexa, Siri und Co.?

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