Mitfahrer an Bord

von | 9. Apr. 2019

Mehrere Tage oder sogar Wochen am Stück sind sie auf den Straßen unterwegs. Von einem Rastplatz zum nächsten, dabei immer brav die Lenkzeiten einhalten. Wenn Stau ist, stets geduldig bleiben und dennoch möglichst pünktlich an der Destination einfahren. Den Blick dabei natürlich immer aufmerksam auf die Fahrbahn und den Verkehr gerichtet, damit niemand gefährdet wird – der Arbeitsalltag eines Fernfahrers.

Helga und Markus machen Strecke

Auch Helga und Markus sind mehrere Tage und Wochen am Stück mit ihren Trucks unterwegs. Markus transportiert Motorräder und macht die neuen Besitzer mit seiner kostbaren Fracht, auf die teilweise Monate gewartet wird, glücklich. Helga transportiert Holz für den Hausbau, dabei legt sie dann gerne einmal eine Strecke von mehreren Tausend Kilometern zurück – zum Beispiel von Österreich nach Norwegen und wieder zurück. Die Powerfrau bringt so schnell nichts aus der Ruhe. Seit Jahren fährt sie zuverlässig ihre Ziele an und ist für diesen Job im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem richtigen Holz geschnitzt. Als Vollblut-Truckerin hat sie seit 1994 schon lange Wege zurückgelegt – ihr innerer Tacho misst eine Strecke, mit der sie ca. 84 Mal die Welt umrunden könnte.

Immer unterwegs – ein Gefühl von Freiheit

Die meisten Fernfahrer leben für ihren Job und lieben ihn. Nirgends spüren sie die Freiheit so sehr, wie auf ihrer Strecke zum nächsten Ziel. Sie steuern dabei Länder an, die der klassische Büromensch nur im Urlaub zu sehen bekommt. Doch auch der Beruf des Fernfahrers birgt so manche Schattenseiten. Immer unterwegs – Freunde und Familie daheim. Das kann auch ganz schön einsam sein.

Familie und Freunde an Bord

Wenn es mit dem Arbeitgeber und der Versicherung geklärt ist, können sicher auch einmal der Partner, der Sohn oder die Tochter mitfahren. Es ist bestimmt ein Abenteuer, gemeinsam auf Tour zu sein. Ist aber leider nicht immer praktikabel, denn auch unsere Lieben haben daheim ihren Alltag. Der Partner muss zur Arbeit, die Kinder erziehen und die Kinder müssen in die Schule. Da können die Kinder höchstens in den Ferien mit auf große Tour.

Hund an Bord

Da das mit der menschlichen Begleitung meist keine Dauerlösung ist und man die meiste Zeit dann doch allein die Straßen bezwingt, sind einige Trucker auf andere Gefährten gekommen. So habe ich mir sagen lassen, dass bei manchen Fahrern haarige, vierbeinige Mitfahrer an Bord sind. Nicht selten dockt an der Laderampe eines Fulfillment-Dienstleisters ein LKW mit Hund als Beifahrer an, wenn er dort die geladenen Kühlschränke abliefert.

Ewige Diskussion: Ist das tiergerecht?

In Foren wird immer wieder über das Thema diskutiert und die Frage gestellt, ob es in Ordnung ist, einen Hund an Bord zu haben. Wie überall gibt es auch hier Gegner und Befürworter. Die einen sind der Meinung, es sei Tierquälerei seinen Hund mitzunehmen, die anderen argumentieren, es sei besser den Hund dabei zu haben als ihn allein zu Hause sitzen und warten zu lassen, bis Herrchen oder Frauchen von ihrer 8-Stunden-Schicht nach Hause kommen. Ich denke, das ist eine Typfrage – der eine Hund genießt es zu Hause zu sitzen und zu entspannen, der andere ist gerne immer an der Seite seines Besitzers. Ein Pauschalrezept gibt es nicht und nicht jeder Hund ist gleich.

Bedürfnisse müssen beachtet werden

Wichtig ist es, die Bedürfnisse seines Vierbeiners im Auge zu behalten. Natürlich sollte auch mit dem Arbeitgeber und der Versicherung geklärt sein, dass ein Hund an Bord ist. Sicherheit steht ohnehin mit an der ersten Stelle. Der Hund sollte während der Fahrt immer angeschnallt oder in einer Hunde-Transportbox sicher verwahrt sein. Mittlerweile gibt es hierfür einige Produkte auf dem Markt, die eine sichere Mitfahrt ermöglichen. Ich persönlich bevorzuge ein gut gepolstertes Hundegeschirr mit Anschnallgurt und ein gemütliches Körbchen, welches extra für den Auto-, bzw. in diesem Fall für den LKW-Sitz, konzipiert wurde. Meine Hunde fahren so ganz entspannt auch gerne längere Strecken.

Regelmäßige Pausen sind wichtig

Natürlich sollten häufig Pausen eingelegt werden, in denen sich sowohl das Herrchen/Frauchen als auch der Hund die Beine vertreten. Da sich jeder Trucker ohnehin an die Lenkzeiten halten und regelmäßig Pausen einlegen muss, sollte das Gassi gehen kein Problem darstellen. Im Gegenteil – ich würde sogar fast behaupten, hier profitieren Fahrer und Beifahrer voneinander. Bewegung in den Pausen ist immer gut, ob man nun den ganzen Tag im Büro oder im Truck sitzt.

Hunde-Beifahrer machen glücklich

Hunde verstehen zwar nichts von unserer Arbeit, dennoch belegen Studien, dass Hunde gute Kollegen sind. Immer mehr Arbeitgeber erkennen die Vorteile und ermöglichen ihren Mitarbeitern, ihren Hund mit ins Büro zu bringen. Warum also nicht auch auf Achse? Die Tiere fördern die Stressresistenz, außerdem steigert ihre Anwesenheit das Konzentrationsvermögen und fördert unsere Gesundheit. Sind wir in Kontakt mit den vierbeinigen Kollegen, schüttet unser Körper das Hormon Oxytocin aus. Oxytocin hilft dabei, das Stresshormon Cortisol abzubauen, es senkt den Blutdruck und verlangsamt die Herzfrequenz. Außerdem unterstützt es dabei, soziale Kontakte zu knüpfen. So soll der haarige Kollege unter anderem das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko minimieren.

Und? Seid Ihr selbst schon auf den Hund gekommen? Oder kennt Ihr Trucker, die ihren Hund regelmäßig dabei haben? Hinterlasst Eure Meinung zu dem Thema sehr gerne unten in den Kommentaren!

Fotonachweis: © Adobe Stock / paul prescott

Würdet Ihr einen Hund als Beifahrer mitnehmen?

Carmen

Carmen

Von Kindesbeinen an mit allem verbunden, was rollt.

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Alles klar

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