Bremswege kurz halten

von | 5. Feb. 2019

Wie knapp es auf der Straße manchmal werden kann, hat wohl jeder von Euch schon einmal auf die ein oder andere Weise erlebt: Eben noch fahrt Ihr problemlos die Autobahn runter, doch plötzlich steigt der PKW-Fahrer vor Euch voll in die Eisen. Jetzt kommt es auf eine schnelle Reaktion an. Kaum ein anderer Verkehrsunfall kommt so oft vor, wie der klassische Auffahrunfall. Kein Wunder: Bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h braucht ein Golf nur 23 Meter, bis er zum Stehen kommt – beim voll beladenen LKW sind es ganze 36 Meter. Allzu leicht unterschätzt man, wie lange es dauert, bis das eigene Vehikel in engen Situationen zum Stehen kommt. Besonders im Winter!

Zum Glück gibt es in der kalten Jahreszeit einige Möglichkeiten, Euren Brummi winterfest zu machen. Neben dem Notbremsassistenten, den Euer LKW serienmäßig an Bord hat, sorgen vor allem die richtigen Winterreifen dafür, dass Ihr auf der Autobahn nicht ins Schlittern kommt. Hier gilt es eventuell nachzubessern: Die alten M+S-Reifen müssen nach und nach von Alpine-Reifen abgelöst werden. Alle M+S-Reifen, die seit dem 1. Januar 2018 hergestellt wurden, sind schon jetzt nicht mehr zugelassen. Reifen, die vor diesem Stichtag produziert wurden, dürfen noch bis zum 30. September 2024 im Einsatz bleiben. Falsche Reifen am LKW können teuer werden: 60 Euro muss man zahlen, wenn veraltete Modelle bei der Kontrolle auffallen – 80 sind es bei einer Behinderung, 120 bei einer Unfallbeteiligung. Dazu gibt es jeweils einen Punkt. Bleibt hier also lieber auf der sicheren Seite!

Vor allem aber erhöhen neue Reifen die Sicherheit auf den Straßen. Vorgeschrieben ist eine Profiltiefe von 1,6 Millimetern, der ADAC Truckservice empfiehlt eher ein Restprofil von vier Millimetern. Dazu sollte mindestens eine Antriebsachse mit sechs Millimetern ausgestattet werden – ein Tipp, dem ich mich uneingeschränkt anschließe. Wer weiß, dass er alle nötigen Vorkehrungen getroffen hat, fährt auch sicherer. Das gilt übrigens auch für die Montage von Schneeketten! Wenn Ihr viel in verschneiten Gegenden unterwegs seid, solltet Ihr die Montage von Schneeketten unbedingt vor der kritischen Winterzeit schon mal ausprobiert haben. In Notsituationen ist die Lage schon unangenehm genug – nicht richtig sitzende Ketten können das Fass zum Überlaufen bringen. Also: Arbeitshandschuhe an, eine wasserfeste Unterlage hinlegen und ausprobieren. Achtet darauf, dass Ihr die richtige Kettengröße an Bord habt und informiert Euch über Euren Kettentyp – Vorsorge ist wie immer besser als Nachsorge.

Doch zurück zu den Winterreifen: Auch hier ist ständige Kontrolle entscheidend. Stimmt beispielsweise der Reifendruck noch? Haltet Eure Reifen immer bestens in Schuss! Ich achte außerdem darauf, meine Batterie im Auge zu behalten: In der Kälte des Winters geht schnell mal der Saft aus. Wenn die Säuredichte allerdings stimmt, kann Euch nicht allzu viel passieren. Darüber hinaus solltet Ihr auch den Verschleiß des Wagens beobachten, ebenso wie den Frostschutz. Und vor allem: Euch selbst! Eurem LKW soll nicht kalt werden, Ihr selbst sollt aber selbstverständlich auch nicht frieren! Ich nehme mir im Winter immer eine warme Decke mit auf Tour, auch ein warmer Tee kann bei kalten Temperaturen Wunder wirken! Auf diese Weise wirkt der Winter schon mal nur noch halb so grimmig – und Ihr kommt sicher an Eurem Zielort an!

Fotonachweis: © Adobe Stock / Petair

Wie lang ist der Bremsweg eines beladenen LKWs bei einer normalen Bremsung aus einer Geschwindigkeit von 80 km/h?

Max

Max

Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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