Spezialtransporte

von | 10. Dez. 2019

Wer viel über die Autobahnen Deutschlands fährt, kommt zwangsläufig an zahlreichen Windkraftanlagen vorbei. Die Windräder drehen sich beständig und erzeugen Energie – wie groß die Blätter eines solchen Windrades aber eigentlich sind, wird einem erst wirklich bewusst, wenn man sich mal nur wenige Meter davor befindet.

Diese Gelegenheit bekommt man vor allem dann, wenn einer der riesigen Flügel gerade nicht an einer Windkraftanlage befestigt ist, sondern über die Autobahn transportiert wird. Da kommt man schonmal ins Staunen: Wahnsinn, wie groß so ein Windradflügel ist. Und Wahnsinn, dass der einfach so über die Autobahn transportiert werden kann. Doch bis es dazu kommt, sind einige Schritte zu erfüllen.

Unterschiedliche Formen von Spezialtransporten

Der Transport eines Windradteils fällt nämlich unter die sogenannten Spezialtransporte. Dies sind Transporte, die nicht den normalen Vorgaben entsprechen. Es wird zwischen vier Formen der Spezialtransporte unterschieden:

1. Schwertransporte:
Als Schwertransport gelten Fahrten mit Ladungen, deren Gewicht nicht den Vorgaben entspricht. Dies betrifft etwa Transporte großer Maschinen oder anderen schweren Geräts.

2. Großraumtransporte: Die zweite Form des Spezialtransports ist der Großraumtransport. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass seine Abmessungen den Rahmen sprengen.

3. Kombination aus Großraum- und Schwertransporten: Die dritte Form kombiniert Großraum- und Schwertransporte und besteht somit aus Fahrten, deren Gewicht und Abmessungen hoch ausfallen.

4. Langtransport: Als letzte Form gilt der Langtransport mit Gütern einer Länge, die 20 Meter überschreiten – womit wir wieder beim Flügel unseres Windrads wären.

Um einen solchen Transport durchführen zu dürfen, gilt es einige Dinge zu beachten. Zuerst müssen Spezialtransporte laut Straßenverkehrsordnung beim Ordnungsamt angemeldet werden. Schließlich beanspruchen sie die Straßen aufgrund ihres Gewichts und der schieren Größe stärker als es ein normaler Transport tut und sollten somit eingeplant werden. Dafür ist ein Antrag nötig, in dem sowohl Größe und Gewicht der Ladung als auch Radanzahl und Spurweite angegeben werden.

Vorausplanung ist die halbe Miete

Ist die Spezialgenehmigung erteilt, gilt es zu beachten, wann der Transport stattfinden darf. Im Normalfall sind dafür nämlich bestimmte Zeiten vorgesehen. Schwertransporte etwa dürfen tagsüber nur zwischen Montag und Freitag, von 09:00 bis 15:00 Uhr auf den Straßen unterwegs sein. Großraumtransporte sollen ebenfalls in diesen Zeiten fahren; zwischen 06:00 und 08:30 Uhr sowie zwischen 15:30 und 19:00 Uhr sind sie verboten. Spezialtransporte werden allerdings auch mit Vorliebe nachts abgewickelt, um die Straßen nicht zu sehr zu belasten. Am Wochenende und an Feiertagen kommen sie fast nie vor.

Oberstes Gebot: Sicherheit

Da ein übergroßer Transport die Fahrt für andere Verkehrsteilnehmer erschwert, werden oftmals Begleitfahrzeuge der Polizei zur weiteren Sicherung abgestellt. Ob dies nötig ist, wird von der genehmigenden Behörde festgelegt. Habt Ihr schon mal einen Spezialtransport durchgeführt? Worauf musstet Ihr achten? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © Adobe Stock: Reinhard Tiburzy / EKH-Pictures / rebius

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