Mit dem RiverBus auf die Elbe

von | 16. Nov. 2020

Jeder Fahrer und jede Fahrerin – nein, im Grunde jedes Kind – weiß, dass es eine richtig schlechte Idee ist, mit einem Bus oder LKW mitten in einen Fluss zu fahren. In der Regel sind große Lastwagen und Omnibusse nämlich verdammt schlechte Schwimmer. Der HafenCity RIverbus in Hamburg ist hier die Ausnahme.

Moin, Hamburch!

Hamburg ist bekannt als eine Stadt, die viel auf ihre Lage am Wasser gibt. Hier fließt schließlich nicht nur die Elbe, auch die Alster und ihre vielen Nebenarme geben der Stadt ein maritimes Flair. Wusstet Ihr zum Beispiel, dass Hamburg um die 2.500 Brücken hat? Das sind deutlich mehr als man beispielsweise in Venedig findet.

Die Hansestadt ist eine facettenreiche Metropole, die man mal gesehen haben sollte. Da überrascht es wenig, dass es Stadttouren zu Hauf gibt. Verschiedenste Busanbieter führen durch die Stadt und erzählen etwas über die reiche Geschichte Hamburgs. Und auch der Hafen hat eine Menge Bootsrundfahrten zu bieten, in denen man die Stadt vom Wasser aus entdecken kann. Und dann – ja, dann gibt es noch den HafenCity Riverbus. Und der macht einfach mal beides.

Als „die Stadtkreuzfahrt“ bezeichnet man sich auf der hauseigenen Website. Das passt, denn bei dem Vehikel handelt es sich um ein amphibisches Fahrzeug – halb Boot, halb Bus. Sowohl auf der Straße als auch zu Wasser fühlt sich dieser ungewöhnliche Bus wohl. „Das sollte man mal ausprobieren“, hab ich mir gedacht – und buchte eine Tour am Wochenende.

Meine erste Tour mit dem Riverbus

Um Atem ringend nehme ich meinen Platz im HafenCity Riverbus ein. Gerade noch rechtzeitig habe ich es geschafft, die gebuchte Tour zu erreichen: Der Hamburger Verkehr hatte aber auch wirklich alles daran gesetzt, dass ich den stets pünktlich aus der HafenCity abfahrenden Bus zu spät erreiche. Rote Ampeln, Staus und notorisch überfüllte Straßen hatten dafür gesorgt, dass die mit 20 Minuten angesagte Anfahrt zu einer einstündigen Bummelei durch den Nachmittagsverkehr wurde. Aber sei’s drum: Nun saß ich ja drin.

Gut gelaunt werden meine Mitfahrenden und ich vom Tourleiter begrüßt. Mit typisch hamburgischem Schnack werden wir kurz auf die vor uns liegende Stadtrundfahrt eingestellt, dann geht es auch schon los. Der Bus rollt an und juckelt erstmal über die Straßen. Quer durch die HafenCity und Speicherstadt geht es. Der Tourleiter erzählt humorvoll allerhand spannende Geschichten, die ich auch nach mittlerweile fünf Jahren Hamburg noch nicht kannte.

Das alles macht schon Spaß und ist vor allem spannend. Aber klar: Der interessanteste Teil steht uns abseits der Straßen bevor. Und als wir irgendwann von der Hauptstraße direkt an die Elbe fahren, wird die Aufregung größer. Wir befinden uns nun im Stadtteil Rothenburgsort – und hier soll es nun zu Wasser gehen.

Meer Hamburg geht nicht

„Fenster zu“, lautet die Ansage, denn beim Ablegen kann es gerne mal zu Spritzern kommen. Dann rollt der Bus eine Schräge runter. Unser Busfahrer wird zum Kapitän – und fährt tatsächlich ohne zu zögern mitten in die Elbe rein. Der Aufprall ist, auch wenn man ihn kommen sieht, irgendwie ziemlich beunruhigend. Kurz wartet man darauf, dass der Bus einfach sang- und klanglos mit einem „Blubb“ in der Elbe versinkt. Doch das passiert natürlich nicht. „Gott sei Dank“, denk’ ich mir kurz: „Er schwimmt“.

Nach ein bisschen Geschaukel pendelt sich unser Gefährt perfekt auf der Elbe ein und die Schiffsmotoren befördern uns unter lautem Dröhnen über den Fluss. Bei bestem Wetter erfahren wir nun einiges über den Industriehafen, fahren von Bootsanleger zu Bootsanleger und schauen uns die Umgebung aus dem Wasser heraus an. Bei den lauten Bootsmotoren geht leider die eine oder andere Geschichte unseres Guides ein wenig unter. Doch allein der Blick aus dem Busfenster heraus, das zur Hälfte im Wasser steckt, ist so ungewöhnlich, dass man sich daran kaum stört. Zu gerne hätte ich gesehen, wie das Ganze von außen aussah. Von innen fühlte sich die Busfahrt im Wasser auf jeden Fall gerade zum Anfang ziemlich kurios an. Die vereinzelten Leute auf den Booten und Anlegern an Land scheinen sich aber an den Anblick gewöhnt zu haben. Sie sehen den Riverbus sicherlich nicht zum ersten Mal.

Dass man sich eigentlich an Bord eines Busses befindet, vergisst man im Laufe der Elb-Tour aber ein wenig – bis der Bus nach einer guten halben Stunde wieder raus aus dem Wasser soll. Doch wie schon das Manöver in den Fluss hinein, funktioniert auch das Anlanden ohne Probleme. Über die Zufahrt, die wir auch auf den Fluss genutzt haben, rollt der Bus unter Applaus wieder an Land. Nun geht es durch den wie immer dichten Verkehr zurück in die HafenCity – und erneut geht es auf den Straßen schleppend voran. Auf dem Fluss war doch deutlich weniger los!

Etwas mehr als eine Stunde waren wir mit dem Busboot insgesamt unterwegs, als wir am Ausgangspunkt in der HafenCity wieder ankommen. Eine Rundfahrt, die man so schnell nicht vergisst! Gut gelaunt steige ich wieder selbst ins Auto, um nach Hause zu fahren – nur, um wieder einmal im Stau zu stehen. Schade, dass mein Wagen nicht die Fähigkeit besitzt, einfach über den Wasserweg zu reisen.

Wart Ihr schonmal in einem Amphibienfahrzeug unterwegs? Erzählt es uns in den Kommentaren!

Fotonachweis: © HAFENCITY RIVERBUS GmbH / Max Handwerk

Würdet Ihr eine Runde RiverBus fahren?

Max

Max

Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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