Auf in die Natur

von | 18. Jun. 2019

Zelten, oder heute hochmodern als „Campen” bezeichnet, ist eine wahre Leidenschaft. An kaum einem anderen Ort ist man der Natur näher als auf einem Campingplatz. Wobei es heute auch schon neue Möglichkeiten gibt. Wie das „agriculture camping”, also das Campen in der Nähe eines Bauernhofes. Mit all den Annehmlichkeiten, die so ein „romantisierter” Ort bieten kann: Großes Glas Milch und ein paar frische Eier zum Frühstück mit einem duftenden Bauernbrot. Ja, bitte! Das findet man vor allem in Frankreich und Italien. Aber sehr oft auch in Deutschland. Hier werden natürlich nicht nur Campingmöglichkeiten geboten, sondern auch Stellplätze für Wohn- oder Campingwagen. Wie wäre es mit dem Feriengut Dietzsch in Saalburg-Ebersdorf, Thüringen? Ein 230 Jahre alter in Familienbesitz befindlicher Gutshof. Mit Sauna, einer Spielscheune mit Tischtennis und Tischfußball und einer Heu-Kuschelecke. Hui. Viele, viele Tiere locken auch die Kleinsten.

Lust aufs Campen

Aber was ist eigentlich Camping? Beim Camping (auch Kampieren, von lat. campus = Feld) übernachten Urlauber in diesem Fall in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten. Also kann man hier unterscheiden? Finde ich nicht. Eine Idee. Viele Möglichkeiten. Der eine mag es halt einfacher, der andere möchte auch etwas Luxus mitnehmen, heißt dann „Glamping“ … aber dazu komme ich später.

Meine Tipps für Euch

Ein Tipp, wo auch Freunde von mir schon waren, ist der Hopfensee. Das klingt ja schon verführerisch. Mit einem tollen Blick über den See, übrigens eines der wärmsten Binnengewässer Deutschlands, ist seine Lage nahe dem Märchenschloss Neuschwanstein der perfekte Ausgangspunkt für Wandertouren und Erkundungen. Wie wäre es mit Entspannung in den platzeigenen Saunen oder Dampfbädern? Klingt jetzt aber richtig gut, oder?

Für echte Abenteurer ist das Tree Center im Wolfcenter Dörveden in der Nähe von Bremen. Während Du im schicken Baumhaus schläfst, heulen um Dich herum die Wölfe. Für bis zu vier Personen in einem Haus. Mit Wolfsbeobachtungen. Auch mal was.

Oder in einem Weinfass nächtigen im Weindorf Sasbachwalden. Je zwei Fässer stehen hier zusammen – eins zum Schlafen und eins als Wohn/WC-Fass daneben. Sogar mit Fenstern und beheizbar. UnFASSbar cool. 😉

Klingt schon nach Glamping für Beginner. Man spricht hier vom glamourösem Camping mit vielen Annehmlichkeiten und in einigen Fällen sogar mit Serviceleistungen. Also Camping de luxe. Wie z. B. die Baumhausherberge Robins Nest in Witzenhausen. Einzigartige Baumhäuser in der Nähe einer beeindruckenden mittelalterlichen Burg. Oder wie wäre es in einer Berghütte mit Blick auf die Zugspitze? Möglich in der Nähe von Grainau.

Campen ist vielfältig

Was auch immer man macht – wichtig ist es immer, eine Checkliste zu nutzen. Vom Punkt „ich geh nochmal zum Friseur, denn lange Haare nerven mich beim Zelten” über das Einpacken oder Noch-schnell-Besorgens von Gaskartuschen, Mückenspray, Sonnencreme, Klappstuhl oder auch die richtigen Klamotten für die besonderen Zwecke (Badelatschen, Bademantel, Gummistiefel, Regenjacke, Wanderschuhe, …).

Eine gute Packliste habe ich hier gefunden: Aber bestimmt ist es besser eine eigene zu erstellen. Auf der Seite kann man seine eigene Liste sogar individualisieren. Jeder hat ja doch seine eigenen Wünsche und Ideen. Und jedes Reiseziel braucht eigene Artikel. Von der Jahreszeit mal ganz abgesehen.

Das Zauberwort generell: „naturnah“

Und dann gibt es ja noch dieses Wildcampen. Das ist (nicht nur) in Deutschland verboten. Und kann teuer werden. Als Ordnungswidrigkeit je nach Bundesland bis zu 1.000 € (in Naturschutzgebieten). Dazu kann auch ein Hausfriedensbruch auf privaten Flächen und Schadensersatzforderungen auf Nutzflächen kommen, wenn zum Beispiel ein Rapsfeld oder eine Zierwiese durch das Aufstellen eines Zeltes beschädigt wird.

In den nordischen Ländern gibt es das sogenannte Jedermannsrecht, das es erlaubt, auf unkultiviertem Land vorübergehend zu campen, auch wenn dieses Land in Privatbesitz ist. Voraussetzungen sind, dass nichts beschädigt wird und keine Abfälle zurückgelassen werden.
Das Befahren von unkultiviertem Land mit Motorfahrzeugen ist grundsätzlich nicht zulässig.

Meine schönste Camping-Erinnerung

In Irland wurde vor Jahren noch wildes Campen geduldet, nach unangenehmen Erfahrungen der Einwohner mit einem Teil dieser Camper aber inzwischen größtenteils verboten. Ich habe mich vor vielen Jahren mal mit Freunden verfahren. Da lag dann diese typisch grüne Wiese im nebligen Dunkel. Schnell die Zelte aufgeschlagen, vorm Zelt sitzend lichtet sich kurz mal die neblige Wand und machte den Blick frei auf … eine offene Gruft und eine alte Kirche. Wir wollten wohl glatt auf einem uralten Friedhof campieren. Gruselig. Schnell die Sachen wieder ins Auto und weiter ging die wilde Fahrt. Da war doch ein Feld. Mit Zelt. Hier versuchen wir’s und melden uns morgen beim Platzbetreiber. Perfekt. Nachtruhe.
Am nächsten Morgen wurden wir durch Kinderstimmen geweckt: „Germany is the best football team in the world!”. Da waren wir auf einem privaten Grundstück gelandet, wo die Kinder von aus England ausgewanderten Musikern zelten durften. Und natürlich war da auch der familieneigene Windhund. Was ein Spaß. Mit Frühstück und viel guter Laune im Cottage der Besitzer werde ich dieses Erlebnis nie vergessen. Hach. Wildes Campen kann viel Spaß bringen. Ist ja fast wie Campen auf einem Bauernhof gewesen.

Ich wünsche Euch viel Spaß bei Eurem nächsten Trip. Wohin auch immer es geht.
Wenn Ihr noch Tipps habt oder einfach gute Orte wisst, lasst es mich und alle anderen wissen.
Hier in den Kommentaren oder per Mail. Freu‘ mich drauf.

Fotonachweis: © Werner Ottenjann

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Werner

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1 Kommentar

  1. Servus!

    Sehr guter Artikel! Hat mir gefallen ich bin euch ein Typ der alles immer vergisst 😉 Wegen der Packlisten, hier noch eine tolle Seite welche mir auch sehr gut gefällt: https://packliste.biz/

    Viele Grüße,
    Steffan

    Antworten

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Alles klar

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