Training, Turnier und lange Fahrten: So läuft’s im DSV-Teambus

von | 31. Mai. 2021

Felix Klapprott ist ehemaliger Ski-Cross-Profi und heute als Co-Trainer für den Europacup-Nachwuchs des Deutschen Skiverbandes zuständig. Dazu gehört auch das Fahren des Teambusses. Im Interview mit dem Unermüdlich-Blog erzählt er von seinen Erfahrungen.

Lehrgänge, Ski-Gebiete, Trainingslager und Wettkämpfe in ganz Europa: Das sind nur einige der Ziele, die Felix Klapprotts Team-Van im Laufe einer Saison ansteuern muss. Etwa 45.000 Kilometer im Jahr reißt der VW-Bus des Europacup-Co-Trainers auf Semperit-Reifen ab.

Während im Sommer jede Menge Konditions- und Krafttraining auf dem Rad oder direkt am Berg, sowie Fortbildungen und Büroarbeit den Alltag von Felix Klapprott bestimmen, sind es im Winter Fahrten zu einer ganzen Reihe von Herausforderungen: „Im Winter sind wir immer drei Tage zu Hause, vier Tage weg“, berichtet der 25-Jährige. Es steht jede Menge Training und Vorbereitung an: „In der Früh stehen wir auf und fahren auf den Berg – entweder vom Auto oder Hotel direkt an den Lift. Den halben Tag verbringen wir dann am Hang. Und die zweite Hälfte des Tages sind wir mit Videoanalyse und Kondi-Training beschäftigt.“

Eine umfassende Vorbereitung, die dann zu Erfolgen im Wettbewerb führen soll: „So eine Europacup-Saison hat zehn bis 15 Wettkämpfe, circa. Je nachdem, wie der Kalender aussieht. Oft sind es Touren, wo man zwei Wochen hintereinander Rennen hat. Dann fahren wir am Wochenende zwei Rennen, sind zwei bis drei Tage zu Hause und fahren dann weiter – zum Trainingscamp oder zum nächsten Rennen.“

Ein Alltag, den Klapprott bereits seit einigen Jahren gewöhnt ist. Er selbst war als Ski-Cross-Talent erfolgreich unterwegs, bevor Klapprott seine aktive Karriere aufgrund mehrerer schwerer Verletzungen frühzeitig beendete. Nun agiert er hinter den Kulissen: „Ich gehe als Trainer in die dritte Saison.“

Zwischen Musik, Müdigkeit und Philosophie

Abgesehen vom Training seiner Schützlinge ist Klapprott auch dafür zuständig, dass sein Team rechtzeitig immer dort ankommt, wo es gerade sein soll. Und je nach Wettbewerb können die Ziele recht unterschiedlich ausfallen: „Wir sind im kompletten Alpenraum, Schweiz, Österreich, Deutschland, aber auch Italien und Skandinavien unterwegs. Dann war auch noch die Junioren-Weltmeisterschaft in Russland“, erzählt er. Gerade die letzte Tour hinterließ einen deutlichen Eindruck: „Da waren wir 24 Stunden unterwegs, bis wir überhaupt am Wettkampfort waren. Das ist ein großes Event gewesen, die Location war ziemlich eindrucksvoll. Ein Berg irgendwo im Nirgendwo, wo alle Wettkämpfe stattgefunden haben. Von dem her war alles schon sehr außergewöhnlich, ein anderes Erlebnis im Vergleich zu den sonstigen Rennen“, berichtet er.

Doch auch ansonsten kommt er eine Menge rum: „Es gibt lange Fahrten, zum Beispiel in die Schweiz, da bin ich sechs bis acht Stunden unterwegs. Nach Frankreich ist auch ewig lang.“ Der Stimmung tun die langen Touren aber keinen Abbruch: „Ich bin selber erst 25, und die Jungs und Mädels sind auch nicht viel jünger als ich. Da kommt man auf viel Schmarrn und lustige Themen“, erzählt Klapprott: „Da kommt man auch mal schnell ins Philosophieren, wenn man so lang unterwegs ist. Gleichzeitig nickt aber jeder früher oder später mal weg.“

Sobald der Wettkampf aber näher kommt, ist sozusagen Schluss mit Lustig: „Auf der Fahrt vom Hotel zum Rennen wird meistens schon mal die Musik aufgedreht und nicht mehr so viel gesprochen. Dann versucht jeder in seinen Flow zu kommen.“ Wie die Fahrt nach dem Wettkampf aussieht, hängt dann logischerweise vom Erfolg ab: „Es kommt ganz auf den Wettkampf an. Das ist das Schwierige als Trainer, denn je nach Ergebnis kommt im Einzelsport jeder mit einer anderen Stimmung daher. Natürlich wird der Renntag oft zum Thema, die Rennen werden reflektiert. Die Jungs und Mädels reden auch viel untereinander. Aber grad bei den langen Fahrten ist es doch so, dass viele einschlafen – es wird doch meistens spät.“

Oftmals, erzählt der Trainer, steht die Abreise um 15:00 Uhr an. Direkt im Anschluss an einen langen, harten Wettbewerbstag: „Wir steigen meistens direkt ins Auto und dann geht’s los. Es kann dann schon mal bis 22:00 Uhr, 23:00 Uhr dauern, bis man aus Frankreich wieder zu Hause ist.“ Sein Tipp, um das zu packen: „Am Vortag gut schlafen. So eine Saison schlaucht schon mit der Zeit. Die ist lang und wird hinten raus auch zäh, aber dafür hat man danach auch zwei, drei Wochen Pause.“

Mit Müdigkeit im Wagen haben auch Berufskraftfahrer bei langen Touren oft zu kämpfen. Wie bekämpft ihr die Müdigkeit hinterm Steuer? Erzählt es uns in den Kommentaren! Und Tipps gegen die Müdigkeit findet ihr hier.

Fotonachweis: © AdobeStock Gorilla

Ab wann habt ihr mit Müdigkeit hinterm Steuer zu kämpfen?

Max

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Immer auf dem Sprung von einem Ort zum anderen.

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